Neue Bestzeit Marathon

Zum Ende der Saison nochmal Marathon. Die Entscheidung dafür fiel eigentlich schon nach dem doch enttäuschenden Start in Hamburg im Frühjahr. Ich wollte mir dann doch nach zwei eher schlechteren Jahren auf der klassischen Distanz beweisen, dass ich noch unter 2:40 laufen kann. Also hieß es nach Kalmar erstmal zwei Wochen Pause um dann voll ins Lauftraining einzusteigen. Der erste Weg führte mich aber dann doch zu Jörg vom Magdeburger Laufladen um den passenden Schuh zu finden. Back to the roots war die Devise. Weg vom Kinvara hin zum Fastwitch, mit dessen Vorgänger ich meinen wohl besten Marathon 2010 in Magdeburg gelaufen bin. Der erste Test beim Herrenkrugparklauf war nach einer Woche Vorbereitung schon vielversprechend. Im Training lief ich nicht die hohen Umfänge, sondern achtete auf Qualität und konnte fast alle Schlüsseleinheiten gut absolvieren. So ging es zuversichtlich in die letzte Woche vor Frankfurt und ich hielt eine Zeit von unter 2:35h für möglich. Die Wetterprognosen wurden Richtung Renntag schlechter und in den Interviews der Profis hörte man immer die Einschränkung, dass der Wind auf die Zeit drücken wird. Also hieß es schon im Vorfeld sich darauf einzustellen eine große Gruppe zu finden. Am Renntag schaute ich dann nach dem Frühstück kurz raus. Kein Regen und starker Wind, aber nicht zu schlimm. Also alles auf Bestzeit. Ich schaffte es in diesem Jahr pünktlich im Startblock zu sein. Das ist in Frankfurt leider ein riesiges Problem, da es nur einen großen Block für alle Läufer unter 3h gibt. Obwohl ich in der sechsten Reihe stand, waren die ersten zwei Kilometer nur vom Überholen geprägt bis ich eine große Gruppe mit Tempo 3:35-3:38/km hatte. So konnte ich einfach mitrollen. Bei Kilometer 9/10 ging es dann leicht bergan, das Tempo fiel leicht und ich lief etwas schwer. Es splittete sich die Gruppe. Ich entschied mich die sicherere Variante zu wählen. Bis Kilometer 18 lief alles super und die Geschwindigkeit passte wieder Richtung sub 2:35. Ich hatte zum ersten Mal Eigenverpflegung abgegeben und konnte so entspannt aus der Trinkflasche die Tanks auffüllen. Dann ging es wieder in den Gegenwind und wir wurden immer langsamer. Aber nach vorn zu gehen war auch keine Option, da man sich dann im Wind aufreiben würde. Also abwarten. Ich fühlte mich richtig gut und wartete ungeduldig, dass endlich eine schnellere Gruppe von hinten vorbeilaufen würde. Bei Kilometer 23/24 war es dann endlich so weit. Zwei starke Läufer kamen vorbei und ich konnte mich mitziehen lassen. Unsere Laufgemeinschaft auf Zeit hielt allerdings nicht lange. Ab Kilometer 28 war es dann für mich ein einsames Rennen gegen die Uhr. Ich konnte bis 35 meine Geschwindigkeit unter 3:40/km halten. Leider verpasste ich dann meine Trinkflasche, die mir aus der Hand glitt. Ich wusste zu diesem Zeitpunkt, dass eine neue Bestzeit fast sicher war. Wenn ich das Tempo steigern könnte vielleicht noch mehr. Leider konnte ich das Tempo dann doch nicht mehr ganz halten und die letzten Kilometer mussten dann zum Teil nochmal im starken Gegenwind gelaufen werden. Auf der Zielgerade Richtung Festhalle wollte ich dann unbedingt noch unter 2:36h bleiben und holte alles raus. 2:35:56. Neue Bestzeit. Fluch des Frankfurt-Marathons besiegt.
Im Nachhinein betrachtet wäre sicherlich auch noch mehr drin gewesen. Vielleicht hat mich die sicherere Variante bei Kilometer 9/10 eine bessere Zeit gekostet. Aber vielleicht wäre ich auch geplatzt. Auf jeden Fall bin ich sehr zufrieden mit dem Ergebnis und freue mich schon auf 2018.
Dann vielleicht wieder mit größerer TV-Präsenz…